Hallo!
Titan wird in vielen Reinheitsstufen, den sog. Grades, angeboten. Die Grades 1 - 4 gelten als "unlegiertes" Titan, wobei in Grade 1 die wenigsten, in Grade 4 die meisten "Verunreinigungen" enthalten sind.
Grade 1 ist nahezu reines Titan mit maximal 0,52 % Fremdanteilen, wobei hauptsächlich Eisen enthalten ist.
Grade 4 (immer noch sehr reines Titan) enthält bis zu 1,1 % Fremdanteile; auch hier ist Eisen die Hauptbeimengung.
Grade 5 ist ein Spezialfall, das ist eine gezielt hergestellte Legierung mit Aluminium und Vanadium. die z.B. im Gasturbinenbau für Turbinenschaufeln eingesetzt wird.
Die Beimengungen, also im wesentlichen Eisen, sind das Problem beim Eloxalbad. Die Schwefelsäure löst geringste Mengen der Titanbegleiter aus der Metalloberfläche. Beim Hobby-Eloxierer kein Problem, der nimmt nach dem Anodisiervorgang, also nach einer Stunde, die Kathode aus der Wanne und füllt die Säure wieder in den Kanister. Gewerbe- und Industriebetriebe aber, deren Bäder oft mehrere Kubikmeter Säure beinhalten und Standzeiten von vielen Monate, wenn nicht Jahren, aufweisen, haben feste Installationen in den Bädern, da ist mit Kathode rausnehmen nichts mehr. Also hat die Säure fast unbegrenzt Zeit, Metalle aus der Kathodenoberfläche zu lösen. Die dabei gebildeten Ionen folgen beim Eloxieren dem Ruf des elektrischen Stroms und lagern sich in der sich bildenden Eloxalschicht an der Anode ein, wodurch sie den Kristallwuchs empfindlich stören und homogene Schichten unmöglich machen.
Die Beantwortung der Frage, auf welche Weise das Bad überprüft wird, muss ich einem Chemiker überlassen!
Aber "Chef" Christoph weiß da sicher auch Bescheid...
Grüße, Rudi
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Wenn Du sicher bist, richtig gemessen zu haben, miss nochmal!