Hallo Simon,
ich hab nochmal alles an Literatur durchgewühlt und andere Fachleute befragt: Fehlanzeige
Zu unterschiedlich sind die verschiedenen Parameter der Schicht (Porengröße, Weichheit, Dicke, Hydratgehalte usw.), um da auch nur annäherungsweise einen Koeffizienten nennen zu können.
Das Problem einer reissenden Harteloxalschicht ist nicht neu, aber im Normalfall auch nicht weiter schlimm, da es meist um Abriebfestigkeit geht und diese Kräfte eh flächenhaft angreifen.
Um die Rissgefahr zu verringern, gibt es folgende Möglichkeiten:
1.) Länger bei geringeren Strömen anodisieren.
Dadurch wird die Struktur gleichmässiger und die Schicht insgesamt etwas flexibler.
2.) Den Harteloxalzusatz zusetzen
Durch diesen kann man +10, maximal +15°C gewinnen, so dass sich Spannungen reduzieren. Gleichzeitig wird die Schicht härtemässig besser, so dass geringere Schichtstärken notwendig sind.
3.) Schichtstärke reduzieren
Das sollte einleuchten - geht aber natürlich nicht immer.
4.) Eventuell bei höheren Temperaturen, dafür aber mit geringer Säurekonzentration (5% oder weniger) und höherer Spannung arbeiten.
Das ist aber eine Gratwanderung - zumal die Gefahr besteht, dass die Schicht weicher wird.
5.) Eventuell kann ein Sealing sogar komplett entfallen.
Die Schicht ist dann ebenfalls flexibler.
Zuerst einmal würde ich aber prüfen, ob die Risse nicht sowieso tolerabel sind. Die Abriebfestigkeit wird dadurch jedenfalls nicht beeinträchtigt.
Abblättern kann auch nichts, da die Schicht prinzipbedingt fest mit dem Träger verbunden ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Drube
Electronic Thingks