Nachdem mir Herr Drube mit einer Blitzlieferung aus einem Jammertal geholfen hat - nochmals vielen herzlichen Dank dafür an dieser Stelle! - möchte ich einfach mal meine (noch etwas provisorische) Hexenküche vorstellen.
Zunächst mal handelt es sich um die klassische Bad-im-Bad-Lösung. Ein reines Ineinanderstellen der Bäder ist aber nur für Kleinstteile ausreichend da sich das Säurebad ansonsten dennoch zu stark erwärmt.
Also sollte noch ein aktiver Wärmeaustausch stattfinden, aber wie? Häufiger ist von PVC-Schläuchen zu lesen die ins Säurebad gelegt und von Kaltwasser durchströmt werden. Kleiner Nachteil: Diese Schläuche sind vergleichsweise dickwandig und das PVC zudem ein eher mässiger Wärmeleiter. Also muss man schon reichlich Wasser durchjagen um einen merkbaren Effekt zu erzielen was eine vergleichsweise grosse Pumpenleistung erfordert (so man nicht einen Frischwasseranschluss hat...habe ich an dieser Stelle aber nicht). Die Pumpe ihrerseits liegt im Kühlwasser des äusseren Bades und erwärmt dieses noch zusätzlich - nicht ideal.
Ich habe einfach zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Aus Walzblei habe ich über einem Holzrundstab zwei Rohre geformt und die Kanten miteinander verschweisst (wohl dem der einen ausreichend starken Lötkolben hat, mit Flamme ist das ein ziemlicher Mist). Beide Rohre wurden halbkreisförmig gebogen und die Enden mit PVC-T-Stücken verbunden -> Zu- und Ablauf. Ferner wurde ein elektrischer Anschluss angebracht (einfach ein Bleistreifen drumgewickelt) und fertig ist die innengekühlte Kathode. Da die Kathode ringförmig im Bad liegt bekommt man so schonmal ein recht homogenes elektrisches Feld, kann ja nicht schaden. Da Blei zudem ein guter Wärmeleiter ist komme ich mit einer Minipumpe aus.
Dennoch erwärmen sich beide Bäder natürlich mit der Zeit, bei z.B. 15V und 2A sind es immerhin 30W die verbraten werden. Simple Lösung: Kühlakkus die ins äussere Bad gelegt werden. Sind sie aufgetaut so wandern sie zurück in den Eisschrank und der nächste Satz kommt an die Reihe.
Ein Problem blieb so aber bestehen, die starke Erwärmung der Grenzschicht am Bauteil (und nur hier interessiert die Temperatur letztlich). Meine - etwas abenteuerliche *g* - Lösung: Ein Getriebmotor versetzt über einen Gummiriemen das Bauteil in langsame Rotation um die Grenzschicht turbulent zu gestalten. Der Halter des Bauteils steckt dabei in einem Kugellager welches gleichzeitig den Strom absolut sicher überträgt (Schleifbürsten wollte ich bei den Wasserstoffdämpfen dann doch nicht rsikieren...).
Weiterhin habe ich einen 'Aussenborder' montiert welcher vom gleichen Motor über einen zweiten Riemen angetrieben wird und das Bad langsam umwälzt (Strömung entgegen der Drehrichtung des Bauteils). Welle ist ein PVC-Stab mit einem M6-Zapfen am Ende, 'Schiffsschraube' einfach ein durchbohrter Streifen Walzblei welcher entsprechend gebogen und mit einer M6-Alumutter festgesetzt wurde.
Wie gesagt, momentan noch ein Provisorium und eher eine 'Machbarkeitsstudie', daher bitte ich den rustikalen Aufbau nicht zu streng zu bewerten
Aber vielleicht kann der eine oder andere trotzdem etwas damit anfangen, es funktioniert jedenfalls...
Schöne Grüsse
Toenne