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Zerfressenes Werkstück

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02 Apr 2008 22:21 #1 by LF_TEC
Hallo,

der erste Test ist erfolgt, soweit bin ich ganz zufrieden.
Ich habe das Werkstück probeweise immer im 20 Minuten-Takt höher gehängt, dies insgesamt 3x mal.

18V - 5A Geregeltes Netzteil ( es lässt sich Strom und Spannung regeln ) Baddauer erste Stufe 20 Minuten, zweite Stufe 40 Minuten, dritte Stufe waren insgesamt 90 Minuten.

Batteriesäure 1:1 mit Demineralisiertem Wasser verdünnt.
Anbei ein Foto, nach 40 Minuten wäre das Werkstück wohl fertig gewesen, denn in diesem Bereich sieht es sehr gut aus.

Liegt dieses 'zerfressen' an der Säure ( zu hoch konzentriert ) oder an der Baddauer?

Die Anleitung hat mir sehr geholfen, alles in allem kann ich es nur empfehlen sich die Eloxalfarben hier zu kaufen, ich bin soweit sehr Begeistert.

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03 Apr 2008 09:15 #2 by Christoph Drube
Hallo!

Wie Sie schon erkannt haben: normal ist das nicht ;-)

Die Zerstörung (Lochfraß) setzt üblicherweise ein, wenn die Säure an der Grenzschicht zur Eloxalschicht zu warm wird, diese ganz abbaut und dann das Aluminium selbst anlöst.

Ohne jetzt die genauen Parameter zu kennen, würde ich darauf tippen, dass

1.) entweder das Bad dann bereits zu warm war
2.) Der Strom zu hoch eingestellt wurde

Es wäre schön, wenn Sie noch ein paar Angaben zu Temperatur, Badgröße, Bauteilgröße und Stromstärke machen könnten. Dann kann man das Problem meist näher eingrenzen.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Drube
Electronic Thingks

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03 Apr 2008 11:02 #3 by LF_TEC
Replied by LF_TEC on topic Zerfressenes Werkstück
Hallo,

Badgröße sind derzeit 1,5l
Temperatur 15°C bei Beginn - knapp 21°C zum Ende. Behälter stand während des Vorganges abgedeckt im Außenbereich, Außentemperatur 10°

Strom: 5A was das Netzteil hergibt :-) ( ich denke das war zuviel )
Die Schwefelsäurekonzentration beträgt 30% ( seoben nachgemessen, scheint auch etwas hoch zu sein )

Bauteilgröße: 70cm²

Das Bad Temperieren scheint mir eine nicht einfach Sache, ich habe mir nun überlegt einen Behälter aus V2a/V4a anzufertigen.
Der 'Überbehälter' ist aus 2mm V2a-Blech, für das Schwefelsäurebad dachte ich ebenfalls an V2a oder muss dies zwingend aus V4a sein, zudem sollte der Behälter zugleich als Kathode benutzt werden!

So kann ich das Bad in den 'Überbehälter' mit Kühlflüssigkeit einhängen!

Danke

Gruss

Jürgen

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03 Apr 2008 12:03 #4 by Christoph Drube
Hallo,

bei den Parametern ist es kein Wunder, dass die Platte zerfressen wird ;-)

30% Säurekonzentration sind natürlich deutlich zu viel.

Noch schlimmer beim Strom:
5A bei 70cm³ - das entspricht etwa 71 Ampere/dm²!
Der von uns empfohlene Wert liegt bei 1,5A/dm², der 47-fache Strom ist dann doch etwas zu hoch.

Mich wundert es, dass sich da überhaupt noch so etwas wie eine Schicht gebildet hat.
Liess sich das Teil denn färben?

Zum Behälter:
Man kann auch normalen V2A-Stahl verwenden - wichtig ist eben, dass der Behälter deutlich negative Spannung gegenüber der Anode führt, damit keine Ionen aus dem Stahl in Lösung gehen.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Drube
Electronic Thingks

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03 Apr 2008 12:37 #5 by LF_TEC
Replied by LF_TEC on topic Zerfressenes Werkstück
Hallo,

gut, dann ist das wohl eine klare Sache :-)
Ich hatte ohne zu rechnen mich an den ersten Versuch gewagt und ja das Werkstück ließ sich Färben und die Farbe hält!

Ich habe mich ein bisschen Informiert und zu V2a 1.4301 ein Datenblatt gefunden. Wir verarbeiten V2a und V4a für die Schornsteinindustrie, dort findet ebenfalls der Kontakt mit Schwefelsäure statt.

Dort steht das V2a einer 20%igen Lösung ( Schwefelsäure ) bei 20°C Standhält, was wenn die Säure doch wärmer wird?
Ansonsten würde ich mir aus PVC nochmal eine Wanne schweißen und diese in den V2a Behälter einpassen.

Gruss

Jürgen

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03 Apr 2008 14:07 #6 by Christoph Drube
Hallo,

die Resistenz gegenüber Säure bezieht sich dort auf Säure, die nicht einem elektrischen Feld ausgesetzt ist.

Wenn man Edelstahl als Kathode benutzt, können dort keine Metallionen in Lösung gehen, da sie dann gegen das Feld im Bad wandern müssten ('Ion' ist übrigens Griechisch und heisst 'der Wanderer').

Also sollte die Wanne problemlos standhalten - solange das Feld anliegt. Ich würde dann bei Nichtbenutzung des Bades die Säure in einen Kanister ablassen.

Noch besser ist natürlich eine PVC-Wanne oder beschichtete Stahlwannen (wird häufig in der Industrie gemacht).

20% Säure müssen es übrigens nicht sein ... 15% reichen durchaus, manchmal sogar noch weniger.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Drube
Electronic Thingks

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03 Apr 2008 18:17 #7 by LF_TEC
Replied by LF_TEC on topic Zerfressenes Werkstück
Hallo,

danke für die schnelle antwort.
Somit wäre fast alles geklärt, bis auf die Badtemperatur, was passiert wenn die Temperatur mehr als 20°C beträgt, bzw. wie kann ich das Bad runtertemperieren?
Da es im Kellerraum bereits 18°C - 20°C beträgt ist der Temperaturanstieg wohl kaum zu vermeiden.

Gruss

Jürgen

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03 Apr 2008 21:56 #8 by Christoph Drube
Hallo!

Die Temperatur darf schon etwas ansteigen, sollte aber nicht über 25°C liegen. Bei einem vernünftigen Strom sollte das aber kein Problem darstellen.

Am einfachsten dürfte es sein, das komplette Bad vorher z.B. draußen über Nacht runterzukühlen. Dann kann es sich ruhig etwas erwärmen.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Drube
Electronic Thingks

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