Hallo, leute!
Beim Eloxieren ist der Strom die bestimmende Größe und muss entsprechend der Bauteiloberfläche eingestellt und konstant gehalten werden. Das primäre Auswahlkriterium für ein Netzteil ist also der Maximalstrom (= Oberfläche in dm² x1,5 [A]), der dauernd entnommen werden darf.
Sekundär, aber nicht unwichtig, ist die Maximalspannung, die das Netzgerät zur Verfügung stellen kann (bis zum Maximalstrom!). Hier wird im Allgemeinen - wie in einem der obigen Beiträge schon dargelegt - eine Maximalspannung von 30 V als ausreichend anzusehen sein. Erfahrungsgemäß stellt sich meist eine Spannung von 15 - 23 V (bei meinem Bad) ein. Die nötige Spannung hängt von vielen Parametern ab, wie Säurekonzentration, Badtemperatur, Kontakierungswiderstand, etc. Mehr als 30 V werden es aber höchstwahrscheinlich nicht werden.
Das gesagte gilt für die dekorative Eloxierung, bei der eine Einfärbung der Bauteile zumindest möglich sein soll. Ob man färbt, ist Geschmacks- und Verwendungszweckssache...
Eine andere Sache ist das sogenannte Harteloxieren.
Ein etwas irreführender Begriff, da die entstehende Schicht nicht härter wird, sie soll nur dicker werden, als beim dekorativen Eloxieren erreichbar ist.
Dazu werden im Profibereich die Parameter des Eloxalbades drastisch geändert:
Um die Rücklösung der gebildeten Schicht so gering wie möglich zu halten, wird bei Temperaturen um 0° C gearbeitet, mit noch dazu stark verringerten Säurekonzentrationen von <= 5%. Beide Maßnahmen erhöhen den Badwiderstand, weswegen eine wesentlich höhere Spannung nötig ist, um den erforderlichen Strom durch Bad und Werkstück zu treiben. Arbeitsspannungen bis zu 100 V sind möglich.
Infolge der niedrigen Temperaturen wird die gebildete Eloxalschicht nicht nur dicker, sie wird auch wesenlich feinporiger, weshalb Harteloxalschichten im Allgemeinen nicht eingefärbt werden können.
Echte Harteloxierungen nach der gerade beschriebenen professionellen Vorgangsweise scheiden für den Hobbybereich ohnehin aus. Alleine der Aufwand für die Badkühlung wird kaum verwirklichbar sein. Immerhin bringt man eine enorme Heizleistung (Strom mal Spannung) ins Bad ein, das aber trotzdem konstant auf etwa 0° C gehalten werden muss. Und da die Temperatur überall am Werkstück, auch in den entlegensten Winkeln, so tief gehalten werden muss, sind Umwälzanlagen erforderlich, die sich ein Amateur in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellt.
Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass eine Gleichspannung von 100 V schlicht und einfach tödlich ist.
Es gibt hier im Shop einen Harteloxalzusatz, der dickere Schichten schon bei "Normal"- Parametern ermöglicht. Kommt zwar nicht an die Schichtdicken professionellen Harteloxals ran, steigert aber die mechanische Festigkeit der Schicht enorm.
Grüße, Rudi
___________________________________________________
Wenn Du sicher bist, richtig gemessen zu haben, miss nochmal!