Hallo Eloxierer,
der letzte "Aluplatten beschriften" Beitrag ist schon etwas her, ich würde das Thema gerne mit einem anderen Ansatz noch einmal aufgreifen. Von Xerox gibt es die Colorqube Festtintendrucker, ursprünglich kommt die Technologie von der Tektronix Phaser Serie. Die Drucker arbeiten mit Wachs, welches auf das Papier aufgeschmolzen wird. Neben dem eigentlichen Zweck des Farbdrucks auf Papier finden sich einige Abwandlungen. So der Direktdruck des Ätzresists auf Pyralux (kupferbeschichtetes Kapton) zur Herstellung von Flexkabeln:
www.instructables.com/id/DIY-Flexible-Printed-Circuits/#step1
Ebenso scheint der Drucker In der Analytik verbreitet zu sein um Barrieren in Membranpapiere zu bringen, durch nacherwärmen wird die Eindringtiefe des Wachses gesteuert, siehe z.B.
digitalcommons.calpoly.edu/cgi/viewconte...=1060&context=bmedsp
oder
rcrooks.cm.utexas.edu/research/resources...lications/rmc258.pdf
Das brachte mich zu der Idee, ob der Drucker (ich habe (noch) keinen) vielleicht geeignet wäre um Frontplatten zu beschriften. Zwei Ansätze: Nach dem Anodisieren von dicker Alufolie (oder dünnem Blech) wird die Beschriftung mit der/den gewünschten Farbe(n) mit dem Drucker aufgebracht und danach geht es in das Farbbad um die Hintergrundfarbe aufzubringen. Laut Xerox liegt die Schmelztemperatur des Wachses bei knapp 100°C, die Temperatur des Farbbades sollte also das Wachs nicht lösen. Danach versiegeln, vermutlich löst sich dort nicht eingedrungenes Wachs und schwimmt hoffentlich an die Wasseroberfläche. Wo ich mir nicht sicher bin: Reichen Viskosität und Molekülgröße des Wachses um in die kleinen Poren des anodisierten Aluminiums einzudringen? Ist vielleicht ein Nacherwärmschritt vor dem Farbbad nötig? Zweiter Ansatz, falls das Wachs nicht in die Poren eindringt: Prozess wie oben, allerdings ist der Farbton der Druckfarbe egal, das Wachs löst sich im Versiegelbad und es verbleibt naturfarbene Schrift. Was meinen die Experten?
Viele Grüße
Jörg