Hallo, Mike!
Ich versuche, Deine Fragen so halbwegs in der richtigen Reihenfolge abzuarbeiten.
Die Suche im Forum bringt beim Suchen sowohl nach "Markierer" als auch nach "Paintball" je 24 Einträge. Können aber dieselben sein, hab ich nicht geprüft. Suchen nach "Farbverlauf", "Farbverläufe", "Acid wash" würde ich auch durchführen!
Dein Labornetzgerät ist für kleinere Teile durchaus ausreichend, Du solltest aber vorausschauend die Anschaffung eines Netzgerätes mit einem Maximalstrom von mindestens 10 A, besser 20-30 A ins Auge fassen. 30 V sollten für die Normalanwendungen immer ausreichen. Bei 15 % Säurekonzentration stellen sich typischerweise Spannungen um die 20 V ein. Achte auch darauf, dass der Maximalstrom als Dauerstrom entnommen werden darf, nicht etwa nur 10 Minuten lang!
Die jeweiligen Oberflächen sollten "so genau wie irgend möglich" berechnet werden. Fast jedes Werkstück – wenn man einmal von sehr exotischen Formen absieht – lässt sich auf Grundformen wie Quader oder Zylinder zurückführen. Zur "halbwegs genauen" Oberflächenberechnung steht im Downloadbereich unter der Rubrik Werkzeuge eine Excel-Tabelle zur Verfügung, mit der ich bisher durchaus das Auslangen gefunden habe.
"Hohlteile": Bei Rohren, z.B. dem Lauf, reicht das elektrische Feld etwas ins Innere und wird dabei immer schwächer, bis bei ungefähr 3 Durchmessern Tiefe kein elektrisches Feld mehr existiert. Das kommt auch auf die tatsächlichen Abmessungen und das Verhältnis von Durchmesser zu Länge an. Eines ist jedenfalls zu beachten: Soll ein Rohr wie der Lauf eines Markierers auch innen eloxiert sein, muss eine stabförmige Hilfskathode durch das Rohr geführt werden, und dann ist auch die Innenfläche mitzuzählen. Bei anderen "Hohlteilen", die z.B. wie ein U-Profil gestaltet sind, ist immer die gesamte Oberfläche zu berücksichtigen.
Der Eloxiervorgang:
Natronlauge wird sinnvollerweise nur zum Entfernen bestehender Eloxalschichten verwendet. Zum Reinigen und Entfetten ist der Reiniger aus dem Shop da! Der Reiniger macht nur Verunreinigungen den Garaus, beizt aber die Werkstückoberfläche nicht an. Natronlauge, egal welcher Konzentration, tut das aber sehr wohl! Daher werden mit Natronlauge gereinigte Werkstücke immer ein klein wenig matter sein als vor dem Reinigungsvorgang. 50%ige Natronlauge ist ein Höllengewässer! Bereits mit 10 – 20 % Konzentration (100 -200 g/l) ist eine Alteloxalschicht sicher entfernbar.
Ablauf: Bereits eloxierte Teile, deren Eloxalschicht entfernt werden soll, werden in Natronlauge von der alten Schicht befreit. Nach diesem Vorgang ist keine weitere Entfettung mehr nötig. Gut abspülen, aber nicht mehr berühren, nicht abtrocknen. "Frische" Aluteile werden nur im Reiniger entfettet, danach abgespült und auch nicht mehr berührt oder abgetrocknet.
Die Schwefelsäurekonzentration des Eloxalbades sollte etwa 15 – 17 % betragen, darauf sind die Standardwerte und –zeiten abgestimmt. Geht auch mit weniger oder (etwas) mehr Konzentration, aber mit den oben angeführten Werten gibt es beinahe Garantie auf den Erfolg.
Weiter wie von Dir beschrieben.
liebe Grüße, Rudi
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Wenn Du sicher bist, richtig gemessen zu haben, miss nochmal!